Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Greifswald

Beistand für die Zeit der Zahnspange

Gegründet wurde die Kieferorthopädie vor mehr als 60 Jahren als Abteilung. Längst ist sie eine eigenständige Poliklinik, die Forschung, Lehre und Patientenversorgung auf höchstem Niveau vereint.

Von Anfang an wurde die systematische Ausbildung der Studenten als wesentliche Aufgabe der Abteilung gesehen. Prof. Siegfried Hensel leitete die Poliklinik ab 1969 und erwarb als national und international anerkannter Kieferorthopäde große Verdienste um das Fachgebiet. Anfang der 90er Jahre wurde er geschäftsführender Direktor des damals noch neuen Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZZMK), in das die Poliklinik für Kieferorthopädie bis heute eingebettet ist.

Im Jahr 2013 wurde Prof. Karl-Friedrich Krey auf den Lehrstuhl für Kieferorthopädie berufen. Wie seinem Vorgänger liegt auch ihm die enge Verknüpfung von Forschung, Lehre und Patientenbehandlung besonders am Herzen. Sein Anliegen ist, den Fokus auf die Studentenausbildung zu legen und neue Impulse für die Lehre zu setzen. Die Zusatzqualifikation des Master of Medical Education (MME), eine spezielle Ausbildung, die durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert wird, ermöglicht ihm, sich aus der Praxis heraus mit modernen Ausbildungstheorien und Lehrmethoden auseinanderzusetzen.

Brackets

In der Zahnmedizin wird die Versorgung von Patienten immer komplexer. Umfangreiches Fachwissen und die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit werden benötigt. In der Poliklinik für Kieferorthopädie soll die Behandlung von Patienten in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten geschehen und alle Aspekte von Prävention und Prophylaxe, Frühbehandlungen und Kieferorthopädie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einschließen. Dabei werden neueste Therapiestrategien mit bewährten Konzepten der Kieferorthopädie für eine optimale Behandlung verknüpft. So kann z.B. durch funktionskieferorthopädische, herausnehmbare Apparaturen das Wachstum der Kiefer beeinflusst werden und nachfolgend die Zahnstellung mit festsitzenden Brackets optimiert werden. Der Einsatz von miniaturisierten Schrauben zur knöchernen Verankerung hilft, die früher verwendeten, unangenehmen Außenspangen oder die Entfernung bleibender Zähne zu vermeiden.

Die Therapieplanung stützt sich auf modernste computergestützte Diagnostik, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. So können z.B. geplante Zahnbewegungen am virtuellen Gebiss im Computer simuliert werden. Ziel ist eine individuelle Therapie. Das schließt die Behandlung mit herausnehmbaren aktiven Platten (Zahnspange) und funktionskieferorthopädischen Apparaturen ebenso ein, wie neueste CAD/CAM-gefertigte Therapiemittel. Das sind mit Hilfe eines Computers entworfene und gefräste oder dreidimensional gedruckte Therapiemittel, die helfen, die Behandlung noch besser an den jeweiligen Patienten anzupassen.

Brackets

Auch Erwachsene können uneingeschränkt kieferorthopädisch behandelt werden. Sei es aus ästhetischen oder funktionellen Gründen oder in Kooperation bei parodontaler Vorschädigung. Für diese Patienten können alle Therapievarianten angeboten werden wie Lingualtechnik (Brackets, zungenseitig befestigt) oder Invisalign (unsichtbare Zahnspange, gefertigt aus hochpräzisen durchsichtigen Kunststoffschienen).

Eine enge Zusammenarbeit mit anderen zahnmedizinischen Fachdisziplinen ist für eine erfolgreiche Therapie selbstverständlich, so u. a. mit der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichts- chirurgie/Plastische Operationen in der Betreuung bei der Rehabilitation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kraniofazialen Fehlbildungen.

Ein engagiertes Team freut sich, Ihnen und Ihren Kindern in der „Zeit der Zahnspange“ mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.