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Positionspapier Arbeitskreis: "Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin" Koordination und Schriftführung: Prof. Dr. B. Kordaß (Greifswald) Positionspapier zur Entwicklung und Ausstattung des Faches „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“ Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um eine Reform des Studienganges Zahnmedizin und die Erarbeitung einer neuen Prüfungs- und Approbationsordnung für Zahnmediziner besteht dringender Bedarf an zukunftsweisenden, aber zugleich auch realistischen und praxisnahen Leitlinien für das Fach „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“. Es ergeben sich dabei eine Fülle von Einzelfragen, die mit dem Thema untrennbar verknüpft sind und bei allen Lösungsvorschlägen zu bedenken sind: · Wie stehen zahnmedizinische und medizinische Lehre zueinander? · Wie wirken sich die Vorschläge für die Reform der ärztlichen Approbationsordnung auf die Zusammenarbeit im Studiengang Zahnmedizin aus? · Welchen Stellenwert sollen neue Unterrichtsformen wie „problemorientiertes“ und „computerunterstütztes“ Lernen haben? · Wie verhalten sich vorklinische und klinische Lehre zueinander? Welchen Einfluss können europäische Tendenzen gewinnen? · Wie lassen sich Kompetenzen möglichst vieler Fachdisziplinen für den vorklinischen Studienabschnitt nutzen? · Welchen Umfang sollen technische Aspekte haben? Welche Ausstattung ist für eine zukunftsweisende vorklinische Lehre angemessen und sinnvoll? · Was qualifiziert den/die Dozenten/in für die „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“? u.a.m. Zu diesen Themen trafen sich Hochschullehrer/innen im Fachgebiet „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“ am 13.3., 30.6., 27.10. und 4.12.2000 jeweils in Köln, Frankfurt (2x) und Düsseldorf mit dem Ziel, über sinnvolle Ansätze und Entwicklungen ihres Fachgebietes zu beraten und Vorschläge für eine zukunftsweisende Lehre im Fach „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“ zu erarbeiten. Die erarbeiteten Ansätze und Lösungsvorschläge sollten dabei die Themen keinesfalls nur abstrakt behandeln, sondern sich auf Erfahrungen im vorklinischen Unterricht vor Ort gründen gewonnen über Jahre und Jahrzehnte. Im Auftrag des Vorstandes der DGZPW übernahm Prof. Dr. Kordaß (Greifswald) die Koordination der Treffen. Folgende Kolleginnen und Kollegen nahmen teil (in alphabetischer Reihenfolge): Dr. B. Bremer (Hannover), Prof. Dr. Dr. F. Bollmann (Münster), Dr. Engen (München), Prof. Dr. K.-E. Dette (Halle), Dr. M. Dirheimer (Ulm), Dr. A. Dylla (München), Dr. F. Farshid (Göttingen), PD Dr. M. Gente (Marburg), Dr. U. Gerhards (Witten/Herdecke), Dr. M. Groten (Tübingen), Dr. Haselhuhn (Aachen), Dr. Helmus (Giessen), Dr. M. Hopp (Berlin), PD Dr. A. Hugger (Düsseldorf), Prof. A. Hüls (Göttingen), Prof. H. Jakstat (Leipzig), Prof. Dr. Th. Kerschbaum (Köln), Prof. Dr. B. Kordaß (Greifswald), Dr. P. Krapp (Frankfurt), Dr. Kroszewsky (Leizig), Dr. R. Lang (Regensburg), Dr. M. Leckel (Heidelberg), Prof. Dr. K. Lehmann (Marburg), Dr. Th. Lietz (Witten/Herdecke), Dr. W. Mautsch (Aachen), Prof. R. Ott (Erlangen), Dr. PhoDuc (München), Prof. A. Renk (Würzburg), Prof. Dr. R. Ritter-Horn (Giessen), Scheutzel (Münster), PD Dr. M. Schmidt (Jena), Dr. U. Schneider (Freiburg), Prof. Dr. H. Stark (Bonn), Prof. Dr. U. Stüttgen (Düsseldorf), PD Dr. J. Türp (Freiburg), Dr. U. Wegmann (Bonn), Dr. P. Weigl (Frankfurt), Prof. Dr. M. Wichmann (Erlangen), Dr. G. Würth (Ulm), Dr. W. Zeiser (Regensburg) Thesen und wichtigste Schlussfolgerungen 1. Die Zahnmedizin ist als Fachdisziplin der Medizin aufgefordert, in der Lehre einen engen Bezug zu den naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht herzustellen. Notwendig ist hierzu, dass 1.1. der/die Studierende der Zahnheilkunde eine vergleichbare Unterweisung wie Studierende der Medizin erhält. Nach Möglichkeit sollten die Studierenden der Zahnmedizin zusammen mit denjenigen der Medizin unterrichtet werden. 1.2. ein beiderseitiger Austausch von Lehrdeputat stattfindet. Auch in der Zahnmedizin sollten Kompetenzen erworben werden, an denen die Medizin interessiert ist und die in das Medizinstudium einfließen können. 1.3. eine Annäherung an neue Organisationsformen der Lehrveranstaltungen in der Medizin stattfindet im Hinblick auf: 1.3.1. gegenstandsbezogene, fachübergreifende Kurse und Seminare 1.3.2. Vernetzung von vorklinischen und klinischen Inhalten 1.3.3. Problemorientiertes Lernen (POL) 1.3.4. Computerunterstütztes Lernen (CAL) 2. Die Vorklinische Zahnmedizin bildet im Idealfall die gesamte Zahnmedizin in ihrer methodischen und wissenschaftlichen Vielfalt unter den Bedingungen der Vorklinik ab, d.h. es wird ein didaktisch adäquater Zugang zum Fachgebiet eröffnet, der den Fertigkeiten und dem Wissensstand der vorklinischen Semester angepasst ist. Empfehlenswert ist deswegen die Betonung auf 2.1. fachübergreifende Lehrinhalte (z.B. Prävention, Strukturerhaltung, Funktionslehre, ...) 2.2. Lehrinhalte, bei denen umfassende, viele Bereiche tangierende, kognitive Fähigkeiten und manuelle Fertigkeiten erworben werden, 2.3. Ausdehnung der zahnmedizinischen Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin auf Grundlagen aller Fachdisziplinen der Zahnmedizin (einschließlich Paro, Kons, KFO und Chirurgie) 2.4. Integration der Lehrkompetenz anderer Fachdisziplinen wo nötig und sinnvoll, wobei das Fachgebiet Zahnmedizinische Propädeutik für die Koordination und den sinnvollen didaktischen Aufbau der vorklinischen Lehre sorgt. 3. Die Umsetzung der Ziele ist durch ein vom 1. bis zum 6. Semester strukturiertes Lehrprogramm möglich, das über aufeinander aufbauenden Abschnitten in Theorie und Praxis verfügt, bei denen die traditionellen Grenzen zwischen Vorklinik und Klinik aufgehoben sein können. Kurse zum Erlernen der manuellen Fertigkeiten sollten im zeitlichen Umfang beibehalten ggf. ausgebaut werden. 4. Für die umfassenden Aufgaben und die neuen Anforderungen, die unter 1.-3. aufgeführt sind, bildet die Selbstständigkeit des propädeutischen Ausbildungsbereiches/Vorklinische Zahnmedizin in Forschung und Lehre zur Qualitätssicherung der Ausbildung eine sinnvolle Voraussetzung. Qualifiziert für vorklinische Lehre ist der breit ausgebildete, didaktisch geschulte Zahnmediziner, der Erfahrung in der dentalen Technologie und in allen Methoden der praktischen Zahnheilkunde mitbringt, der selbst praktiziert und niemals den Kontakt zur praktischen Zahnheilkunde verliert. Empfehlungen 1. Anerkennung und Unterstützung des umfassenden Aufgabenspektrums in der Lehre im Rahmen der Tagung der Hochschullehrer DGZPW in Mainz 2. Weiterführung des Arbeitskreises „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin" als wissenschaftlichen Arbeitskreises für "Unterrichtsforschung, Didaktik und Propädeutik in der Zahnmedizin“ in der DGZMK 2.1. Förderung wissenschaftlicher (Nachwuchs)-Arbeiten in der Unterrichtsforschung 2.2. Forum für die aktuelle, internationale Diskussion zur Optimierung der zahnmedizinischen Lehre 2.3. Pflege internationaler Kontakte insbesondere zur ADEE und enger Verbund mit der VHZMK 3. Mitarbeit von speziell mit vorklinischer Lehre betrauten Hochschullehrer bei der Ausarbeitung der „Neuen Approbationsordnung und Prüfungsordnung für Zahnmediziner“ 4. Öffnung der „Experimentierklausel“ auch für die zahnmedizinische Approbationsordnung und Prüfungsordnung, um frühzeitig Erfahrungen mit neuen Organisationsformen und Unterrichtsmethoden gewinnen zu können 5. Förderung der Teilnahme ggf. Delegation von Hochschullehrern/innen (Dozenten/innen) im Fach Zahnmedizinische Propädeutik zu Tagungen internationale Tagungen, Kongressveranstaltungen, Hospitationen zwecks Kennenlernen anderer Lehrkonzepte (Reisekostenzuschuss,...) Einleitende Aspekte/ Handlungsbedarf In der Zahnmedizin, als integraler Bestandteil der Medizin wachsen, wie in den anderen Fachdisziplinen, das Wissen und die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten durch den Fortschritt in Wissenschaft und Technologie explosionsartig an. Auffassungen über die besten Methoden für die zahnärztliche Versorgung und Betreuung der Bevölkerung bzw. einzelner Patienten ändern sich und müssen in den Ausbildungsinhalten Berücksichtung finden. Zukünftig werden sich abzeichnende demographische und gesundheitsökonomische Faktoren verstärkt die Bedingungen für die Ausübung der Zahnheilkunde bestimmen. In einer auf die Altersgruppen spezifisch abgestimmten zahnmedizinischen Betreuungsstrategie werden Prävention, restaurativ-zahnerhaltende und restaurativ-prothetische Maßnahmen gleichermaßen notwendig sein, einschließlich der zugehörigen werkstoffkundlichen und dentaltechnischen Grundlagen. Wie unter den aktuellen und in Zukunft zu erwartenden Bedingungen die zahnärztliche Lehre optimal ausgerichtet und organisiert werden kann, war Gegenstand von Überlegungen und Diskussionen der Arbeitsgruppe von Hochschullehrern und Dozenten im Fach „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“, deren Arbeit in dem hier vorgestellten Positionspapier niedergelegt ist. Das Positionspapier versteht sich ganz in der Tradition der bisher geleisteten Arbeit in den Fachgremien, Ausschüssen und der Enquete-Kommission und ergänzt diese durch aktuelle Gesichtspunkte und Empfehlungen, die sich in Erfahrungen mit dem propädeutischen Unterricht vor Ort gründen. Maßgeblich berücksichtigt wurden : - das Editorial der Professoren Lehmann und Stachniss in der DZZ 8/2000 zu „Aspekte einer zukunftsorientierten propädeutischen Ausbildung in der restaurativen Fächern der Zahnheilkunde“ - die Vorschläge der VHZMK und der Fachgesellschaften zur Novellierung einer Neuen Approbationsordnung für Zahnmediziner und zur Reform der Studienganges - die EG-Richtlinien und tendenzen für das Medizin und Zahnmedizin - die Vorlage des Entwurfes zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte vom Oktober 1999. Begriffsdefinition Vorklinische Lehre im Studiengang Zahnmedizin geht der klinischen Ausbildungssituation voraus und bereitet frühzeitig auf die Tätigkeit am Patienten durch Training am Phantom, gegenseitige Übungen und systematisches Erarbeiten von theoretischen wie praktischen Grundlagen in Naturwissenschaften, Medizin, Zahnmedizin und dentaler Technologie vor. Ausbildungsziele Ausbildungsziel der Vorklinik ist die Qualifizierung des Studierenden der Zahnmedizin für den klinischen Studienabschnitt und die Heranführung an systematische Arbeiten. Im Hinblick auf die Herausforderungen in der Patientenbehandlung und den Anwendungen von modernen Werkstoffsystemen und Therapiekonzepten fördert die Vorklinik die Fähigkeit zum selbständigen Erarbeiten von Kenntnissen und manuellen Fertigkeiten sowie die Fähigkeit zur kollegialen Kommunikation bei der Problemerkennung, der -formulierung und -lösung. Die Studierenden sollten neben den kognitiven Fähigkeiten und praktischen Fertigkeiten zu einer positiven Einstellung zur Gesundheitsförderung und Prävention finden und bereit sein, ärztliche Verantwortung für ihren Tätigkeitsbereich in der Gesellschaft zu übernehmen. Gründliche Kenntnisse über den gesunden Menschen und die wichtigsten oralen Gesundheitsstörungen, sowie deren Ursachen und Erscheinungsformen und Möglichkeiten zur Verhütung sind am Ende des vorklinischen Studienabschnittes nachzuweisen. Den Studierenden in der Vorklinik sollten Ansätze vermittelt werden, wie wissenschaftliche Mitteilungen zu lesen und zu beurteilen sind. Er sollte mehr und mehr Verständnis für die Erforschung von Krankheiten und von geeigneten Vorbeugungs-, Behandlungs- und Rehabilitationsmethoden gewinnen und systematisch manuelle Fertigkeiten trainieren, die thematisch einen engen Bezug zur Routinetherapie des praktizierenden Zahnarztes haben. Dabei gilt es, Leistungsgrenzen zu erkennen, Konsequenzen zu ziehen und bereit zu sein, sich ständig fort- und weiterzubilden. Lern- und Lehrmethoden Da primäres Ziel die Qualifizierung für die Klinik ist, sollten zahnärztliche Arbeitsabläufe so frühzeitig wie möglich mit intensivem Bezug zur Klinik vorgestellt und trainiert werden. Die Einübung in die klinische Arbeitssituation durch gegenseitige Übungen (z.B. Abformungen), das Training von Behandlungsmethoden an Standardsituationen am Phantom oder entsprechende Hinweise auf klinische Bezüge in Vorlesungen und Seminaren sind geeignete Methoden, das klinische Ziel der vorklinischen Ausbildungssituation zu vermitteln. Das Gesamtkonzept sollte so umfassend wie möglich sein - mit Akzenten in der Prävention, Erhaltung und Stabilisierung oraler Strukturen und deren funktioneller Rehabilitation und Restauration unter Berücksichtigung aller biomedizinisch-technischen und bio-psycho-sozialen Belange. Präventives, strukturerhaltendes und funktionelles Denken sollen gleichermaßen gefördert werden. Besonders nützlich erscheinen in diesem Zusammenhang frühe Patientenkontakte, die den Menschen mit/in seiner Erkrankung präsent werden lassen und in die Arzt-Patienten-Beziehung einführen. Traditionelle Grenzen von Lehrinhalten und -veranstaltungen lösen sich dabei auf. Problemorientiertes Lernen (POL)[1] und ein frühzeitiger Patientenkontakt sollen fachübergreifend organisiert und Kompetenzen vieler Fachdisziplinen der Medizin und Zahnmedizin integriert werden. Der flexible Einsatz von Lehrmitteln und methoden wird dabei als besonders nützlich empfunden. Neben konventionellen Lehr/Lern-Situationen bietet der konsequente Einsatz von IT&K-Lösungen (Informationstechnologie und Kommunikation) ergänzende und vertiefende Optionen durch interaktive, netzbasierte Lernprogramme (Flexibles Lernen FL, Computer-Assisted-Learning CAL[2]). Zunehmend wird deswegen eine mediendidaktische Betreuung der Studierenden in der Vorklinik notwendig. Ggf. müssen spezielle Kurse über Nutzung moderner Medien und Lehrmittel, angepasst an die Ausstattungssituation der jeweiligen Hochschule, angeboten werden. Besonderes Gewicht liegt nach wie vor auf der praktischen Ausbildung. Die „Auge-Hand-Koordination“ sollte so praxisorientiert wie möglich (z.B. an klinisch ausgerichteten Präparationsübungen im Phantom) trainiert werden. Um den Zugang zu den praktischen Übungen zu erleichtern, erscheint es sinnvoll, die praktischen Arbeiten in didaktisch-sinnvoller Reihenfolge, dem typischen Ablauf einer zahnärztlichen Behandlung entsprechend, mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad aufzubauen. Wenig invasive mögen invasiveren Techniken vorausgehen, wobei das vorklinische Training die zahnärztliche und zahntechnische Routinearbeit an Standardfällen simuliert. Dieses schließt die Arbeit des Zahnarztes im Team in konsequenter Weise mit ein. Der Einfluss von einzelnen Fehlern auf das Gesamtergebnis einer restaurativen Arbeit wird erst transparent, wenn der zahntechnische Part und der Informationsfluß zwischen Praxis und Labor im Hinblick auf die Präzision des Ergebnisses erfahrbar gemacht wird. Das Zusammenspiel zwischen zahnärztlichen/zahntechnischen Arbeitsabläufen muss systematisch erlernt und eingeübt werden. Nur so kann der Zahnarzt später seiner Aufgabe im Qualitätsmanagement gerecht werden und die zahntechnischen Arbeiten korrekt beurteilen, sowie Unzulänglichkeiten und Ursachen von Fehlern analysieren und zuordnen. Deswegen ist eine Ausbildung in Grundlagen der Zahntechnik absolut notwendig. Neben dem Arbeiten im Team ist die generellen Einübung von Verhaltensweisen im Hinblick auf klinische Aufgaben von Bedeutung. Hierzu zählt nicht zuletzt ein ökonomischer, verantwortungsbewusster Umgang mit Materialien, Instrumenten und Geräten, eine rationelle Arbeitsweise, Exaktheit, Sauberkeit und Pünktlichkeit. Vorklinische und klinische Lehre Vorklinische und klinische Lehre unterscheiden sich prinzipiell im didaktischen Zugang des Lehrstoffe, nicht im Gegenstand der Lehrtätigkeit. Es macht Sinn im Hinblick auf die Klinik, die Vorklinik so klinisch wie möglich auszurichten. Vorklinische Zahnmedizin qualifiziert für die klinische Ausbildungssituation und orientiert sich an den aktuellen Bedingungen und Bedürfnissen einer zeitgemäßen und modernen Ausübung der Zahnheilkunde. Vorklinische Zahnmedizin bildet im Idealfall die gesamte Zahnmedizin in ihrer methodischen und wissenschaftlichen Vielfalt unter den Bedingungen der Vorklinik ab, d.h. es wird ein didaktisch adäquater Zugang zum Fachgebiet eröffnet, der den Fertigkeiten und dem Wissensstand der vorklinischen Semester angepasst ist und die zahnärztlichen Arbeitsschritte an Standardfällen im Phantom oder in einer geeigneten Laborsituation simuliert. Nicht Trennendes, sondern grundlegende Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten in den Fachdisziplinen sollten dabei betont werden, bevor mit Blick auf die klinische Ausbildungssituation spezielle Kurse angeboten werden. Gemeinsame und verbindende Aspekte ergeben sich z.B. in der Funktionslehre und der orale Physiologie, in Prinzipien der Strukturerhaltung bei der Prävention, in Methoden der Epidemiologie, der dentalen Technologie, u.a.m.. Eine allzu frühzeitige Partikularisierung der Lehre in das Spezialwissen der Fachdisziplinen ist am Anfang des Studiums nicht sinnvoll. Europäische Tendenzen zur Abstimmung und Standardisierung Der Wegfall von Grenzen in der europäischen Union macht auf allen Ebenen die Notwendigkeit einer Harmonisierung von Studiengängen, Ausbildungskonzepten und zielen bis hin zur Akkreditierung von Studienabschlüssen und Anerkennung von Ausbildungsleistungen über nationale Grenzen hinweg deutlich. Obgleich die Ausübung der Zahnheilkunde hinsichtlich Untersuchungs- und Therapiestandards vielfach vergleichbar sind, so unterscheiden sich die Ausbildungskonzepte bzw. die Organisation des Studiums in den einzelnen Ländern erheblich voneinander. Für das Medizinstudium schreibt die EG-Richtlinie 93/16/EWG vom 5.4.1993 zur Erleichterung der Freizügigkeit für Ärzte und zur gegenseitigen Anerkennung ihrer Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnachweise - die Angleichung der Ziele und Ausbildungsabläufe an die veränderten Anforderungen in der gesundheitlichen Versorgung - die grundlegende Verbesserung der berufspraktischen Ausbildung - die kontinuierliche Integration klinischer und theoretischer Inhalte über das gesamte Studium und - die Stärkung des wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens im Studium vor. Eine gewisse Transparenz der Ausbildungsleistungen ermöglicht bislang die Einführung des Europäischen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen ECTS (European Creditpoint Transfer System) im Rahmes des EU-Bildungsprogramms SOKRATES und der Aktion Hochschulbildung (ERASMUS). Das europäische Projekt DentEdEvolves basierend auf einer Initiative von Prof. Dr. D. Shanley, Dublin fördert in diesem Zusammenhang die Konvergenz und Vergleichbarkeit der Studiengänge an europäischen Standorten durch Peer-Reviewed-Evaluation. Expertenteams besuchen die europäischen Hochschulen und Ausbildungsstandorte, leiten dort eine strukturierte Selbstevaluation, diskutierten mit Hochschullehren und Mitarbeitern und stimmen mit der jeweiligen Hochschule einen Bericht über die Besonderheiten, Stärken und Schwächen des regionalen Studienganges ab. Medizinische und zahnmedizinische Lehre Der vorklinische Studiengang der Zahnmedizin wird in engem Bezug zum Studiengang der Medizin organisiert. Es ist sicherlich eine wichtigsten Aufgaben in der Zukunft auch verstanden als politisches Signal der Zugehörigkeit der Zahnmedizin zur Medizin -, die zahnmedizinische und medizinische Lehre so weit wie möglich miteinander zu verzahnen und die Zahnmedizin im Kontext der Medizin darzustellen. Hierzu zählt, dass der Studierende der Zahnmedizin eine vergleichbare Ausbildung in den naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagenfächern erhält wenn auch mit zahnmedizinisch-fachbezogenen Akzenten. Damit sich der Zahnmediziner nicht von den aktuellen Tendenzen und Schwerpunkten in der Medizin entfernt, ist es sinnvoll, die Studierenden der Zahnmedizin in medizinischen und naturwissenschaftlichen Fächern zusammen mit den Studierenden der Medizin zu unterrichten. Dieses erleichtert zudem einen Studiengangwechsel. Andererseits muss der Bezug zur Zahnmedizin hergestellt werden. Die Zusammenhänge mit der Medizin in geeigneten Unterrichtsformen darzustellen ist Aufgabe der Zahnmedizinischen Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin. Wünschenswert ist, wenn in der medizinischen Lehre zahnmedizinische Inhalte in einigen, auch für Mediziner wichtigen Punkten berücksichtigt würden. Der intensive Bezug zum Studiengang der Medizin muss auch nach der Einführung der „Neuen Approbationsordnung für Ärzte“ erhalten bleiben und mit Blick auf die kommenden Herausforderungen im Fach Zahnmedizin eher stärker und nachhaltiger vertieft werden. Es ist dringend erforderlich, den Fokus der Reformbemühungen in der Zahnmedizin auf die vorgesehenen Änderungen im Studiengang Medizin zu richten, um bereits frühzeitig eigene Vorstellungen einer inhaltlichen und organisatorischen Verflechtung einzubringen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die „Neue Approbationsordnung für Ärzte“ die Belange der Zahnmedizin tendenziell ausgrenzt, was den latenten Diskussionen um die Ansiedelung des Studiengangs Zahnmedizin auf einer anderen Hochschulebene entgegen käme. Strategisch gesehen würde es sich anbieten, ähnliche Akzente wie im Medizinstudium zu wählen, um eine weitestgehende Parallelität im Ablauf und in den Organisationsformen der Lehrveranstaltungen herzustellen. Für den Studiengang Zahnmedizin in der Vorklinik ist besonders wichtig, dass die neue Approbationsordnung generell einen „fächerübergreifenden und am Lehrgegenstand ausgerichteten, problemorientierten Unterricht“ vorsieht, in denen eine engere Verzahnung von klinischen und vorklinischen Ausbildungsinhalten stattfindet. Beispielsweise wird gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Verbesserung der Ausbildungsqualität die „Anatomie in Verbindung mit bildgebenden Verfahren, Pathologie, Innerer Medizin, Intensivmedizin, Neurologie und Ophtalmologie“ und die „Biochemie in Verbindung mit Innerer Medizin, Stoffwechselerkrankungen, Genetik und Immunologie“ gelehrt werden. Die scharfe Trennung zwischen Vorklinik und Klinik wird damit für Mediziner aufgehoben. Die Folge ist, dass der vorklinische Unterricht in der Medizin auf spezielle Belange der klinischen Medizin ausgerichtet wird, ohne dass bislang klar erkennbar ist, wie zahnmedizinische Aspekte dabei berücksichtigt werden können. Sollen die Studierenden der Zahnmedizin an diesem Unterricht voll partizipieren oder bedürfen die Zahnmediziner spezielle Veranstaltungen, in denen zahnmedizinische Inhalte im Vordergrund stehen? Im Interesse einer zeitgemäßen Vernetzung mit der Medizin wäre es dringend geboten, die eigenen Vorschläge zur Reform des Studienganges Zahnmedizin mit Blick auf die neue Approbationsordnung noch einmal zu überprüfen. Unterrichtsformen, die in der Medizin dann bevorzugt werden, wie POL-Seminare, Kleingruppenunterricht und Blockpraktika, müssten in ähnlicher Weise in die Zahnmedizin Eingang finden. Auffällig ist in den Vorschlägen zur Neufassungen der Approbationsordnung für Ärzte das Kapitel „Ärztliche Propädeutik“. Dort sind im ersten Studienabschnitt eine Vorlesung und ein Praktikum „Informationsverarbeitung“ vorgesehen sind. Einerseits unterstreicht dieses die wachsende Bedeutung der Medizinischen Informatik, andererseits lässt sich durch diese Veranstaltungen bereits im ersten Studienabschnitt der Umgang mit CAL-Lösungen (Computer-Assisted-Learning) einüben. Diese Veranstaltungen wären auch für Zahnmediziner wichtig. Spezielle Aspekte der dentalen Informatik sollten eingebracht und in enger Vernetzung mit der medizinischen Informatik gelehrt werden. Ggf. sollte eine Vorlesung „Angewandte Informatik in der ZMK“ einschließlich praktischer Übungen im Studienplan in einer neuen Approbationsordnung für Zahnmediziner verankert werden. Dem Fach Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin kommen die Vorstellungen zur „Ärztlichen Propädeutik“ sehr entgegen. Der Grundlagenkurs Zahnmedizinische Propädeutik I mit Schwerpunkten in der zahnmedizinischen Methodenlehre und dentalen Technologie könnte in einem folgenden Semester durch einen Kurs „Einführung in die praktische und klinische Zahnmedizin Prävention, Restauration, Rehabilitation“ (Zahnmedizinische Propädeutik II oder Prothetische Propädeutik), der Kleingruppen- und POL-Unterricht enthält, ergänzt werden. Ansätze zur Strukturierung von Lehrinhalten Generell sollen sich alle Vorschläge zu einer Neuorientierung der Ausbildung im Studienfach Zahnmedizin auf dem „Kompromiss-Entwurf“ der VHZMK zur "Novellierung einer neuen Approbationsordnung für Zahnmediziner" aufbauen. Dieser Kompromiss-Entwurf bildete für den Positionsentwurf eine wesentliche Grundlage und soll nachhaltig unterstützt werden. Es bleibt jedoch zum einen die inhaltliche Aufgabe, im Sinne eines Gegenstandkataloges die Inhalte zu präzisieren und zeitgemäßen Aspekten anzupassen. Zum anderen wird noch einmal zu überprüfen sein, ob im Laufe der letzten 5 Jahre der einmal festgelegte Fächerkanon im Detail so belassen werden kann. Die wachsende Bedeutung der Informatik beispielsweise legt nahe, eine frühzeitige Verankerung als Studienfach anzustreben. Ähnliches gilt für Epidemiologie, Dental Public Health, Gesundheitswissenschaften und medizinische Psychologie. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit soll die folgende Aufstellung Vorschläge für eine aktuelle, inhaltliche Gestaltung der zahnmedizinischen Ausbildung in der Vorklinik geben: Theoriebezogene Inhalte - Geschichte der Zahnmedizin, Terminologie und englische Terminologie, - Anatomie, Histologie und Embryologie des Kausystems und der Zähne, - Orale Physiologie und Biochemie: Kauen, Schlucken, Sprechen, Tasten, Schmecken, Speichel, Schmerzentstehung/-verarbeitung, Biomineralisation, Biochemie orga-nischer Matrices, Mikroorganismen der Mundhöhle (Biotop Mundhöhle), - Biometrie und Epidemiologie, Gesundheitswissenschaften, Prävention (Individual-, Gruppenprophylaxe, u.a.m.), Gesundheitsförderung, Med. Soziologie und Psychologie Inhalte mit intensivem Bezug zur Klinik: - Grundlagen der Funktionslehre, Artikulatortechnik, dynamische und statische Okklusion - Grundlagen der zahnärztlichen Therapiemittel (Restauration und Rehabilitation), dentale Werkstoffe und Verfahrenstechniken, Arbeitswissenschaft und Ergonomie, Hygiene, - Grundlagen in Qualitätsmanagement und Teamarbeit für restaurative Behandlungsmaßnahmen, - Grundlegende Aspekte zur Darstellung oraler Strukturen mit bildgebenen Systeme (Radiologie), - Grundlegende Aspekte zu Methoden der Zahnerhaltung, Kariologie, Parodontologie und Endodontie, - Grundlagen zu Methoden der oralen Rehabilitation und Alterszahnheilkunde - Grundlegende Aspekte zu Methoden der KFO Inhalte kombiniert mit praktischen Übungen zur vertiefenden Vermittlung von Kenntnissen über Herstellungs-/ Verfahrenstechniken und Kriterien für Präzision mit intersivem Bezug zur Klinik - Dentale Technologie und Werkstoffkunde (Wachs, Gips, Abformmaterialien, Metalle/Legierungen, Kunststoffe, Verhalten von Werkstoffen im Mund, Kaltverformungen; Materialprüfungen, Giessen, Bearbeitung von Oberflächen; Füllungsmaterialien, Zemente, Keramik, Modellguss, Verblendwerkstoffe, Galvanotechnik, Material und Methoden für metallfreie Konstruktionen, ....) Verbundsysteme und Verblendtechnologien mit Kunststoffen und Keramik: Kunststoffverblendkrone und Keramikverblendkrone, Doppelkronen und kombinierter ZE, Vollkeramik, implantatgetragene Suprastruktur Praktische Übungen am Phantom - Artikulatortraining und Gesichtsbogen, Frontzahnform und Kauflächenmodellation (additiv und subtraktiv), Modellherstellung, Funktionelle Zahnaufstellung, - ergonomische Behandlungsweise - Präparationstechniken: Schutz der Gingiva, Voll- und Teilkronenpräparation; Inlay- und Onlay-Präparation, Brücke, minimal-invasive Präparationstechniken, Zahnhalskavitäten, Schneidekantenaufbau, - Abformung und Anfertigung kleinerer Gussrestaurationen, Provisorien - Wurzelstifte, - Prothesen mit gebogenen und gegossenen Halteelementen, Prothesenreparatur und -unterfütterung, Totalprothese, Gegenseitige Übungen - Zahn- und Mundstatus, Mundhygiene, Indizes, zahnärztliche Befunderhebungen, - Kofferdam-Applikation - „klinischer Funktionsstatus“, - PA-Status, - Abformübungen, Kieferrelationsbestimmungen - Gegenseitige Herstellung von Aufbissschienen als Übergang zu den klinischen Kursen Spezielle Inhalte für Kurse, Praktika und Hospitationen - Nutzung moderner Medien und Einführung in Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens - Studienbegleitende Praktika (ZMF, DH, Zahntechniker, Oralchirurgen) - Gesundheitserziehung in Kindergärten und Grundschulen, - Betreuung älterer Menschen und Behinderte - Berufsfelderkundung in zahnärztlichen Praxen, zahntechnischen Laboratorien, Gesundheitsämtern, dentale Industrie - Gesprächsgruppentraining als Vorbereitung für die Erhebung der Anamnese Arten der Lehrveranstaltungen Neben den klassischen Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen, Kurse, Demonstrationen und Seminare lassen sich klinikorientierte Aspekte durch Einbindung "gegenseitiger" Untersuchungen und Behandlungsschritte (z.B. Abformung), durch Assistenz und Auskultation in klinischen Kursen, sowie Hospitationen in zahnärztlichen Praxen und/oder zahntechnischen Laboratorien stärker betonen. Die folgende Liste enthält Vorschläge für geeignete Lehrveranstaltungen: - Vorlesungen - Ringvorlesungen - Gastvorlesungen - Kurse - Praktika - Demonstrationen - Seminare - POL-Seminare - Kleingruppenunterricht (Betreuungsrelation 1:4) mit eigenständiger Erarbeitung von Problemkreisen - Anleitung zum netzbasiertem Lernen - Tutorenmodell - Gesprächsgruppentraining - Gegenseitige Übungen - Assistenz und Auskultation in klinischen Kursen: Kons, ZE, ZChir, Kfo, Prophylaxemassnahmen - Aktive Assistenz und einfache Behandlungsmassnahmen: (Prophylaxe, Vorbereitung Abformungen, Provisorien, Kofferdam, Unterfütterungen, Reparaturen) - Hospitationen und Praktika bei niedergelassenen Zahnärzten und im zahntechnischen Labor - Kurse mit Kennenlern- und Besuchsprogrammen, Konsultationen und praktischen Exkursionen in Kindergärten, Altenheimen oder bei Pflegediensten Technische Ausstattung und Medien Folgende Ausstattung kann als ideal angesehen werden, um moderne Methoden der Ausbildung wie IT-basiertes "flexibles Lernen" mit den Erfordernissen einer optimalen, praxisbetonten Vorbereitung für die Klinik zu verbinden: - Behandlungseinheiten für gegenseitige Übungen - Patientensimulatoren (Phantomköpfe) den klinischen Verhältnisse entsprechend vom ersten Semester an - Klinische Phantome mit realistischer Behandlungseinheit (Torso, Wasserkühlung, Absaugung) - zahntechnische Arbeitsumgebung (Laborplätze und Apparate zur Anfertigung von Standardarbeiten - werkstoffwissenschaftliche Grundausstattung (Prüfverfahren) für Praktikum - multimediale Arbeitsplätze als Unterstützung für Demonstrationen, Präparationen, individuelle Betreuung - spezielle Computer und IT-Umgebung für "interaktives, netzbasiertes und Lernen", sowie selbstständigem Arbeiten und Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten Qualifizierung für die vorklinische Lehre Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin behandelt die Grundlagen zahnmedizinischer Methoden und der dentalen Technologie und sorgt für den intensiven Bezug zur Klinik und anderen Fächern der Medizin. Qualifiziert für diese Aufgabe ist am ehesten der breit ausgebildete „Generalist“, der neben Erfahrung in der vorklinischen Lehre Erfahrungen in allen Methoden der praktischen Zahnheilkunde mitbringt. Er muß in der Lage sein, aus der klinischen Sicht die vorklinischen Inhalte didaktisch-sinnvoll zu strukturieren und ausbildungsbezogen zu gewichten. Deswegen erscheint es ganz wichtig, dass der vorklinisch tätige Zahnarzt neben den Lehraufgaben in der Vorklinik den Kontakt zur praktischen Zahnmedizin nicht verliert und weiterhin die Möglichkeit hat, selbstständig Patienten zu behandeln. Unumgänglich sind ferner umfassende anwendungsbezogene und wissenschaftliche Erfahrungen in der dentalen Technologie und Werkstoffkunde. Als günstige Voraussetzung können gründliche Kenntnisse und Erfahrungen auf denjenigen Gebieten, die in ihrer Breite und Komplexität in den Anforderungen für den Erwerb des „Spezialisten für Zahnärztliche Prothetik“ niedergelegt sind, gelten. Für den/die Hochschullehrer/in im Fach „Zahnmedizinische Propädeutik/Vorklinische Zahnmedizin“ ist zudem der Nachweis der umfassenden Lehrerfahrung in vorklinischer Zahnmedizin und dentaler Technologie zu erbringen. Ernst-Moritz-Arndt-Universität Zentrum für ZMK - Zahnmedizinische Propädeutik/Community Dentistry Prof. Dr. Bernd Kordaß Rotgerberstraße 8, 17475 Greifswald ePost: Kordass@uni-greifswald.de Ernst-Moritz-Arndt-Universität Zentrum für ZMK - Zahnmedizinische Propädeutik/Community Dentistry OA Dr. Thomas Klinke Rotgerberstraße 8, 17475 Greifswald ePost: klinke@uni-greifswald.de · [1] POL beschreibt ein didaktisches Verfahren zu gezielten Erarbeitung von Lerninhalten in Kleingruppen unter Anleitung eines Dozenten oder Tutors. Erstmalig in den 60er Jahren an der McMaster University in Hamilton, Ontario, Kanada etabliert, ist POL an vielen Universitäten Europas als Ausbildungsmethode im Medizin- und Zahmedizinstudium eingeführt worden. Ausgangspunkt für POL ist eine Problemstellung oder ein Fallbeispiel aus der Berufspraxis wie z.B. eine Krankengeschichte oder ein Beschwerdebild. Klar gegliederte Lernschritte, bei denen der Lernstoff im Rahmen eines vorgegebenen Themenfeldes in einen für die Studierenden nachvollziehbaren Zusammenhang gestellt wird, sorgen für die strukturierte Aneignung des Lernstoffs. POL knüpft am Vorwissen an, geht auf Wissensbedürfnisse ein und will zu eigenverantwortlichem Lernen motivieren. Wichtig für POL ist nicht allein das Ergebnis der Problembearbeitung, sondern der Weg bzw. die Strategie zur Problemlösung. Diese Strategie soll den Studierenden dabei unterstützen, den künftigen, lebenslangen Lernprozess (Life-Long-Learning LLL, Continuous Learning CL) selbstständig zu gestalten. Lebenslanges Lernen gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Bewältigung künftiger, wechselnder Anforderungen in Medizin und Zahnmedizin. [2] Unter dem Begriff Computer Assisted Learning (CAL) wird eine Konzeption zur Gestaltung einer Softwarearchitektur für den PC-Arbeitsplatz von Lernenden verstanden. Das Ziel des CAL-Konzepts besteht darin, die Lerneffizienz und die Qualität der Lernprozesse durch Nutzung von CAL-Software zu steigern. CAL-Systeme erlauben dem Lernenden, eigenverantwortlich und in selbstbestimmtem Lerntempo, Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben. Besonders flexibel wird die Aneignung des Lernstoffes durch netzbasierte CAL-Software (Flexibles Lernen FL). Flexibles Lernen erfordert jedoch eine nahezu perfekte multimediale Kommunikationsinfrastruktur mit genügender Übertragungskapazität. Nicht mehr der Lehrer, der in einem Lehrgebäude unterrichtet steht im Mittelpunkt, sondern ein Tutor, der eine Lernumgebung betreut. Wie POL zielen FL und CAL primär auf den Erwerb von Grundkompetenzen mit ständiger Anpassungsausbildung als wichtige Voraussetzung für lebenslanges Lernen. |
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