Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Greifswald

Community medicine and dentistry - was ist das?

Die Anforderung an die Gesundheitsversorgung von morgen werden nicht aus der isolierten Betrachtung der Basismedizin einerseits und der Hochleistungsmedizin anderereseits gelöst. Die drängenden Strukturfragen im Gesundheitswesen mit dem Ziel der optimalen und bedürfnisorientierten Versorgung der Bevölkerung und die Umsetzung zukunftsträchtiger Konzeptionen in Lehre, Forschung und Betreuung erfordern die nahtlose Integration beider Bereiche. Gestaltung des Gesundheitssystems von morgen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 1978 mit ihrem Konzept "Gesundheit für Alle" der Bevölkerungsmedizin, der "Community Medicine", neue Impulse gegeben. Die Region Vorpommern bietet sich als Pilotregion für eine Übertragung dieses Konzeptes auf Deutschland in idealer Weise an.

Ziel der Community Medicine ist es, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und langfristig zu sichern. Das WHO-Konzept Community Medicine erlaubt einen modernen Ansatz zur Lösung aktueller Probleme der Gesundheitsversorgung in unserer Gesellschaft: Es ermutigt durch eine umfassende, ganzheitliche, institutionsübergreifende, medizinische und zahnmedizinische Denkweise Aspekte der Prophylaxe, Therapie, Intervention und Rehabilitation als komplexe Aufgabe in unserem Lebensbereich zu integrieren. Die vornehmliche Ausrichtung auf die Hochschulmedizin tritt dabei relativ zurück hinter die Vision der Optimierung des Gesundheitszustandes einer Region als Ganzes. Community Medicine hat damit auch erhebliche gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Implikationen. Und sie nimmt in erheblicher Weise Einfluß auf zukünftige Ausbildungskonzepte. Deshalb wird von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald die Gesundheitsbetreuung in Vorpommern als Gemeinschaftsaufgabe aller Fakultäten verstanden, weiterentwickelt und im Hinblick auf zukünftige Anforderungen gesichert.Ärzte und Zahnärzte müssen in ihrer Ausbildung entsprechende vorbereitet werden. Da sich die Medizin aktuellen Entwicklungen teilweise schon heute nicht mehr gewachsen sieht, ist die Universität Greifswald bezogen auf eine bevölkerungswirksame Medizin in einer besonderen Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Ärztegenerationen. Optimierung des Gesundheitssystems.

Die drastische zunehmende Mittelknappheit im Gesundheitswesen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Forderung nach optimaler Patientenversorgung verlangt nach neuen Ideen und Konzepten. Es geht dabei insbesondere um die Verbesserung der Zusammenarbeit verschiedener Bereiche und die Verringerung von Redundanz in der gesundheitlichen Betreuung. Langfristig muß das Augenmerk in der Medizin und in der Zahnmedizin auf präventive Denk- und Handelsweisen ausgerichtet sein. Neben wissenschaftlich gesicherten Prophylaxestrategien muß u.a. eine Betonung primärer Patientenkontakte zum Hausarzt angestrebt und damit die Möglichkeit zur präventiven Beratung und Intervention geboten werden. Community Medicine sieht die Beteiligung der Gesellschaft zur Lösung der Aufgaben vor.

Der Ansatz Community Medicine stimuliert dabei unmittelbar die Interaktion des Gesundheitswesens mit anderen gesellschaftlichen Bereichen und bezieht explizit gesundheitsökonomischen Fragestellungen ein. Die tendenzielle Dezentralisierung und Delegation von Gesundheitsleistungen weg von den Einrichtungen der High-Tech-Medizin hin zu den medizinischen Basiseinrichtungen soll auch einen Verbesserung der Kosten/Nutzen-Relationen in der Patientenversorgung ermöglichen. Modellklinikum Community Medicine Greifswald >Die Zielsetzung besteht langfristig um Aufbau eines bundesweiten modellhaften Klinikums Community Medicine in Greifswald als wissenschaftlichem und organisatorischem Zentrum mit Integration von Basisbetreuung und Maximalversorgung zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität der Bevölkerung der Region Vorpommern. Als Ergebnis community-bezogenener Forschung, Lehre und Betreuung sollen neuartige Modelle zur Gesundheitsförderung bevölkerungswirksam umgesetzt werden. Die Universität Greifswald folgt somit konsequent dem Konzept der WHO, erweitert aber die darin zugrundegelegte Zielsetzung als "Gesundheit als Herausforderung und Lebensform für Alle".

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Professor Kordaß.