|
|
Ein Semester in Newcastle
|
Nach meiner Entscheidung für 6 Monate ins Ausland zu gehen und ca 100 Zettel und Unterschriften später, kam ich nun Anfang Februar in Edinburgh an und dort erstmal ein paar Stunden Zeit mich an die bittere englische Brise Schottlands, zu gewöhnen. Dann gings auch schon weiter mit dem Zug nach Newcastle. Schon im Zug merkte ich, dass ich meine Entscheidung definitiv nicht bereuen würde. Abgesehen von den extrem freundlichen Menschen, die ich sofort ins Herz schloss, war die Landschaft vom Zugfenster aus betrachtet einfach ein Traum!
Dann kam ich also in Newcastle, der Stadt meiner Wahl, mit tonnenweise Gepäck an und machte mich sogleich auf den Weg zur Uni. Und hier waren alle noch viel freundlicher! Kaum zu fassen. Man ist das anscheinend aus Deutschland wirklich nicht gewohnt, sogar in den diversen Uni-Sekretariaten hatten einfach alle die feine englische Art - wie aus dem Buch eben. Später stellte ich fest, dass die University of Newcastle wohl zur „freundlichsten Uni des Jahres“ gekürt wurde - kein Wunder also.

Die Zahnklinik schockte mich erstmal! Im Erdgeschoss war der klinikeigene Pub („Crown and Bridge“) und die erste Info, die ich erhielt war: Freitags abends immer Freibier in der Zahnklinik!!! Also schon mal ein guter Anfang!
Dann wurde ich durch die vielen verschieden Kliniken geführten und ca. 100 natürlich extrem freundlichen Menschen vorgestellt. So langsam verstand ich das System der Uni: Es gibt für alles eine eigene Klinik. Also eine für Endo, eine für Paro, eine für Prothetik, wozu hier aber nur Prothesen zählen, eine für Kons usw... also alles ziemlich riesig.
Das Beste war aber die riesige Rezeption, die ALLES für einen organisiert, Patienten einbestellt, Patienten absagt, Patienten erinnert... kurzum: der ganze nervige Telefonkram wird mir komplett abgenommen. So was von entspannend...
Und dann der zweite Hammer: Das Labor. Man gibt einfach alles ab und bekommts dann fertig zurück. Ein Traum.
Nach ein paar Eingewöhnungstagen merkte ich dann doch, dass es nicht nur entspannend werden wird... ich wurde gleich total in die Behandlung integriert und meine Seminargruppe erklärte mir alles und kümmerte sich ganz lieb um mich inkl. Willkommensparty etc. Es sind einfach echt nette offene Menschen!

Die Behandlung an sich war recht ähnlich, wie ich es aus Greifswald kannte, außer dass man alleine am Stuhl war (Schwestern waren natürlich abrufbar, wenn man Hilfe brauchte) und dementsprechend etwas mehr auf sich selber gestellt war. Ich kann nur sagen, dass ich sehr viel Praktisches gelernt habe und definitiv mehr behandelt habe als in Greifswald.
Das Highlight der 6 Monate war aber das 2- wöchige Chirurgie-Praktikum, bei dem man alleine Weisheitszähne rausoperieren durfte und einfach alles am Patienten machen konnte, was man hier immer nur aus 1 m entfernt vom Höckerchen mitbeobachten konnte! Definitiv die interessantesten und spannendsten 2 Wochen meiner Zeit in England.

Auch außerhalb der Uni, konnte mir England viel bieten. Allgemein bekannt ist ja, dass die Engländer sehr gerne feiern, das kann ich nur bestätigen! Die Stadt hat 1000 tolle Pubs und Clubs, tolle Ausstellungen, viele ausländische Studenten, gute Restaurants und eigentlich alles was das Herz begehrt. Drum herum gibt’s tolle Ausflugmöglichkeiten und durch den Uni-Club „Caving“ kam ich sogar in den Genuss diverse Höhlen der Umgebung zu bekriechen! Und dann natürlich noch das Meer ein paar U-Bahnstationen entfernt!
Schlussendlich kann ich nur sagen, dass ich die Zeit in England über alle Maße hinaus genossen habe und jedem nahelegen möchte dieselbe Erfahrung zu machen!!
|
|