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Hello from Minnesota -; land of 10.000 lakes
Auslandssemester in Minneapolis von September bis Dezember 2007




28.08.2007, 12.00 Uhr, Flughafen Berlin-Tegel -; endlich -; der Anfang von drei Monaten USA-Aufenthalt hatte begonnen. Nach zwei Anschlussflügen und unendlichen Zoll- & Visakontrollen wurde ich nach ungefähr 20 Stunden Reisens herzlich von Dr. Berthold begrüßt und zu meinem Apartment, welches nur fünf Minuten von seinem Haus entfernt war, gebracht. Das Apartment befand sich im 11. Stock eines Hauses unweit des Campus der University of Minnesota.

Am nächsten Morgen lernte ich auch meine Mitbewohnerin Kathrine aus Dänemark kennen. Sie und Nils (von der Universität Heidelberg) waren die beiden anderen Zahnmedizinaustauschstudenten, die ein ähnliches Programm wie ich absolvieren sollten.

Im Laufe des Tages lernte ich auch Ingrid Benda, unsere Koordinatorin, kennen, die uns eine Liste mit Leuten gab, die uns gerne treffen wollten. Die folgenden Tage der Orientierungswoche waren wir drei damit beschäftigt diese Leute aufzusuchen und den Campus etwas näher kennen zu lernen. Unter anderem trafen wir auch Dr. Schulz, den Leiter der Outreachprogramme, der uns noch einmal die einzelnen Kliniken vorstellte.

Mein Terminplan umfasste als erstes vier Wochen HCCDC (Hibbing Community College Dental Clinic), dann eine Woche MDU (Mobile Dentale Unit), danach 2 Wochen Northpoint und zum Schluss drei Wochen CUHCC (Community-University Health Care Center).

Dies hieß, dass ich mich schon in ein paar Tagen auf den Weg nach Nordminnesota machen musste. Am 9.8. gegen 2 Uhr nachmittags machten Shaun, Larry (zwei US-Studenten) und ich uns auf die dreieinhalbstündige Fahrt nach Hibbing, die im Ende eine achtstündige Reise mit Stopps u.a. in Duluth am Lake Superior wurde.

Im Wohnheim in Hibbing angekommen lernte ich auch Jen (US-Studentin), mit der ich mir ein Zimmer teilte, kennen. Die Klinik befand sich im Community College direkt gegenüber vom Wohnheim und bot vier Behandlungseinheiten für Zahnmedizinstudenten sowie vier weitere u.a. für die ortsansässige Zahnarzthelferinnenausbildung. Das Team um Dr. Pedersen war immer sehr nett und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. In Hibbing konnte ich so ziemlich alles machen, von Befundaufnahmen & Prävention über Veneers & Kronen (sowie Stahlkronen bei Erwachsenen!) bis hin zu endodontischen Behandlungen und Extraktionen. Teilweise habe ich auch mit Dental Hygiene Students zusammen gearbeitet, die paarweise für eine Woche aus Minneapolis nach Hibbing kamen.

Abends sind wir dann meistens zum Essen in die Stadt gefahren. Fastfood soweit das Auge reicht und Dessert ist Standard. Alles ist sehr üppig und fettig und Shaun’s „halbe“ Portion Taccos hätte für drei gereicht!

Mit Shaun und Larry habe ich dann auch noch einen Trip nach Ely gemacht. Das ist ein kleines Städtchen nur noch 28 Meilen von der kanadischen Grenze entfernt. Dort haben wir einen sehr schönen Nachmittag verbracht, da zu dieser Jahreszeit der berühmte „Indian Summer“ war.

An den Wochenenden sind wir immer wieder nach Minneapolis zurück gefahren und an einem Samstag wurden wir Austauschstudenten von Dr. Schulz zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen. Es gab Burger, Bratwurst, Tomatengemüse, Obst, Eis und ein kleines Violinenständchen von seinem ältesten Sohn.

Meine letzte Woche in Hibbing verbrachte ich mit drei anderen US-Studenten -; Heidi, Holly und Eric.
Nach Hibbing hatte ich erst einmal eine Woche frei, in der ich freiwillig drei Vormittage in der ICC (Immediate Care Clinic) und drei Nachmittage auf der Oralchirurgie hospitierte, da ich sehen wollte wie die Patientenbehandlung an der University of Minnesota direkt abläuft. Beides hat mir sehr gut gefallen, v.a. aber, dass es für die Studenten dort möglich ist z.B. chirurgische (Weisheitszahn-)Extraktionen durchzuführen. Nachteilig erschien mir allerdings der imense Zeitaufwand, da in jeder Abteilung erneut Aufnahmebögen ausgefüllt werden mussten, obwohl z.B. eine Stunde zuvor ein fast identischer erstellt wurde.

Im Anschluss folgte die Woche in der MDU (Mobile Dentale Unit). Ein Trailer, ein Fahrer, drei Behandlungseinheiten, ein Zahnarzt, zwei Zahnarzthelferinnen, zwei Zahnmedizinstudenten und drei Tage die Woche auch noch ein Dental Hygiene Student. Trotz des geringen Platzangebotes hatte ich jedoch nie das Gefühl im Weg zu stehen, da alles reibungslos organisiert wurde und wir Studenten die ganze Zeit mit einer Helferin arbeiteten. Das Team der MDU ist super nett gewesen!

Danach war ich für zwei Wochen in Northpoint im Norden von Minneapolis. Dort behandelt man als Student ausschließlich Notfallpatienten und jeder zweite Patient wird mit Schmerztabletten, Antibiotikum und Überweisung zum Oralchirurgen nach Hause geschickt. Das Versicherungssystem in den USA ist völlig anders als in Deutschland und viele Patienten kommen erst, wenn die Zähne nicht mehr erhaltungswürdig sind. Daher fallen bei den Notfallpatienten sehr viele Extraktionen an. Des Weiteren habe ich dort endodontische Behandlungen vorgenommen oder auch selbst Zähne extrahiert. Das Hauptziel bestand in der Schmerzbehandlung.

Als letzte Station war ich in der CUHCC-Klinik im Süden von Minneapolis. Dort arbeiten Zahnärzte aus der ganzen Welt und das Patientenprofil ist geprägt von Somalis, Asiaten und spanisch Sprechenden, weshalb ich sehr oft mit Übersetzern arbeiten musste. In der CUHCC-Klinik hat es mir auch sehr gut gefallen!

In meiner Zeit in den USA wusste ich nie so genau , was mich als nächstes erwartete, aber das hat es auch um so spannender gemacht und ich habe mit vielen verschiedenen Menschen zusammen gearbeitet, die alle sehr hilfsbereit waren. Zum Abschluss des Aufenthaltes wurden wir Austauschstudenten von Dr. Berthold zu sich und seiner Familie zu einem gemütlichen Abendessen eingeladen.

Durch die vielfältigen Aufgaben und Einsatzorte ist die Zeit in Minnesota sehr schnell vergangen.

Danken möchte ich insbesondere der School of Dentistry der University of Minnesota, der Zahnklinik der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald und meinen Eltern für die Ermöglichung dieses Auslandsaufenthaltes, sowie Shaun und Krista für ihre Hilfsbereitschaft.

 


Universitätscampus mit Weismann Museum (li.) und Metrodome (re.) im Hintergrund



Hibbing -; Georgia und Jill (Zahnarzhelferinnen), Kay (Administrator), Jessica (Front Desk), Dr. Pedersen (Leiter in Hibbing) und ich (v.l.n.r.) in einer der Behandlungsboxen



Hibbing -; Jen und Shaun mit der „halben“ Portion Taccos



Zwischenstopp auf dem Weg nach Ely -; Shaun (re.), Larry und ich vor der Soudan Mine



Hibbing Mine



Ely -; Typische Minnesota-Souvenirs



Northpoint -; Meine Zahnarzthelferin Diane und ich in unserer Behandlungsbox



CUCCH -; Kim, Dr. Courtney und ich (v.r.n.l.)



Down Town Minneapolis mit Mississippi und Metrodome



Blick nach Down Town Minneapolis mit Mississippi und Zahnklinik (großes Gebäude rechts im Bild)



letzte Änderung
01.03.2012