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Hier ist mein letzter Bericht nach drei Wochen Kinderklinik. Los ging es immer um 9:30 Uhr bis um 12:00 Uhr, dann eine Stunde Mittagspause und von 1:00 Uhr bis um 4:30 Uhr. Und pro Tag hatte man genau zwei Patienten. Einen am Vormittag und einen am Nachmittag. Man hat also genügend Zeit um alles das zu machen, was auch in Greifswald verlangt wird. Meistens macht man allerdings recall exams, oral hygiene instructions, prophy and fluoride treatment. Da man alleine arbeitet und selber alles in die Kartei eintragen muss, dauert es halt alles seine Zeit. Ich habe aber nicht nur recall exams gemacht, sondern auch ein wenig restaurative Arbeit. Allerdings ist das erst in der zweiten und dritten Woche passiert. In der Zeit habe ich ein paar Amalgam- bzw. Compositfüllungen gelegt, so wie Milchzähne gezogen und tonnenweise Versiegelungen gemacht. In der letzten Woche war ich drei Tage der einzige undergrad student in der Klinik, und habe so ein paar Notfallpatienten behandelt. Darunter war auch einer, bei dem ich eine Pulpektomie an einem Milchzahn (75) machen durfte. Das war schon recht aufregen.
Viele liebe Grüße
Euer Malte

Alles in allem unterscheidet sich die Behandlung nicht sehr von der wie wir sie in Greifswald lernen. Der einzige wesentliche Unterschied ist, dass hier Kinder die sehr nervös oder unkooperativ sind in den Goldroom gebracht werden und dort mit NO Gas beruhigt werden. Das habe ich allerdings nicht selber gemacht, sondern nur dabei assistiert oder observiert. Einen weiteren Unterschied gibt es noch, diesen habe ich aber nie im Einsatz gesehen. Das so genannte Papoose. Das ist ein Brett mit Klettverschlüssen. Da werden Kinder die sich mit Händen und Füßen wehren draufgelegt und mit den Klettverschlüssen fixiert, so dass sie sich nicht mehr bewegen können. Die Philosophie dahinter ist, dass angenommen wird, dass sich die Kinder ohne Behandlung noch schlechter fühlen, als diese kurze Zeit völliger Hilflosigkeit.
Bei mir ist jetzt die letzte Woche meines Aufenthalts in Minneapolis angebrochen. Ich versuche mit möglichst vielen Leuten noch etwas zu unternehmen und mich von diesen zu verabschieden. Da ich die Woche vor Weihnachten in keiner Rotation mehr gesceduled bin, genieße ich meine Freizeit und bereite mich auf dem Flug nach New Orleans vor.
Alles in allem kann ich nur jedem raten einen Austausch wohin auch immer zu machen. Es lohnt sich mal über den Tellerrand von Greifswald hinaus zu schauen und vielleicht auch neue Bekanntschaften und Beziehungen aufzubauen. Für mich war dieser Austausch gerade in der praktischen Hinsicht sehr ergiebig. Durch die Outreach Programme habe ich wesentlich mehr Patienten behandeln können als es in Greifswald möglich gewesen wäre. Für mich war es auf jeden Fall ein aufregendes und tolles Semester und ich hoffe dass auch nächstes Jahr wieder jemand den Mut und den Willen hat nach Minneapolis zu kommen.
So das war's jetzt von mir. Ich hoffe meine Berichte haben euch nicht allzu sehr gelangweilt und ich sehe euch dann alle frisch im nächsten Jahr
Viele liebe Grüße
Euer Malte
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