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Ola amigos,
nach dem wir die ersten Tage nach unserer Ankunft in Brasilien in Recife verbracht haben, sind wir nun endlich im ländlichen Carpina angekommen. Pünktlich 4 Uhr nachmittags holten uns die `irmas`(Nonnen) ab. Mit einem kleinen Skoda mit Minikofferraum ahnten sie nicht was ihnen bevorsteht: 2 große Koffer a 30 kg, 2 Rucksäcke, 3 Taschen und eine Riesentüte waren zu verstauen. Ganz nebenbei holte uns nicht nur 1 Nonne sondern gleich 3 ab! Fazit: 3 Nonnen, Peggy und ich, der Kofferraum bis zum Dach gestapelt, jede Nonne einen Rucksack auf dem Schoss - so fuhren wir los, noch dazu wurde kein Schlagloch ausgelassen.
Angekommen im Kloster erwartete uns gleich das tägliche Gebet vor dem Abendbrot. Dieses wiederum ist selten zu identifizieren. Die Brasileiros essen anscheinend alles was fliegt und kriecht, jede Pflanze wird vom Blatt bis zum Stamm als Essbares zugerichtet. Am besten sind die frischgepressten Fruchtsäfte aller Art, leider gewöhnt sich unser Magen nur schwer daran und die Behandlung muss öfter mal unterbrochen werden.
Montag war nun unser erster Behandlungstag. Circa die Hälfte der angeschleppten Spenden hätten wir uns sparen können, viele Dinge sind in der Station vorhanden. Die Kinder rennen uns die Bude ein, sind unglaublich scharf auf das mitgebrachte Spielzeug und würden sich selbst dafür Zähne ziehen lassen. Es gibt viel zu tun: Amalgamfüllungen, Kunststofffüllungen, bis jetzt schon einige Zahnextraktionen. Ein paar technische Hindernisse verlängern die Wartezeit. Heute fiel zur Abwechslung die Wasserkühlung aus, vormittags flogen uns die Amalgamkapseln um die Ohren, da die Halterung defekt war. Aber was wären wir für Zahnärzte wenn wir uns da nicht zu helfen wüssten. Die Kapseln werden nun mit Pflaster in die Halterung eingeklebt. Nun ja, Lucia - unsere flotte Schwester an der Anmeldung beschäftigt die Kinder in der Zeit oder schickt sie halt wieder weg.
Lucia ist ein Schatz, sie versucht uns bei der Kommunikation mit den Kindern zu helfen, verpflegt uns zwischendurch mit Keksen und Saft. 8 Stunden Behandlung am Tag, abends fallen wir früh ins Bett. Verlassen sollte man das Kloster eh nur im Hellen, die Nönnchen machen sich große Sorgen wenn wir abends weggehen. Wir sind die einzigen Ausländer in der Stadt, so wissen alle dass wir die `Dentistas` aus dem Centro Social sind. Unsere 4 Irmas sind total cool, sie rennen selten in Kluft rum, lachen sich schief über unserer Portugiesischkenntnisse, sind ständig am trällern und tanzen. Lediglich gestern sind wir nicht umhin gekommen zusammen mit ihnen Nachrichten zu gucken. Sehr sinnvoll auf Portugiesisch! Aber wir haben schnell mitbekommen dass sich eh alles um den Tod von `o papo` dreht. Am Freitag geben uns die Nonnen frei da das Kloster für einen Kongress bereitgestellt wird ( ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich das richtig verstanden habe...). Jedenfalls werden wir das verlängerte Wochenende gleich nutzen um in die große Stadt (Recife) zu fahren. Anja und Uli, das andere Behandlungsteam dort vor Ort, lässt uns wieder in deren Apartment wohnen. Dann sind wir endlich wieder am Praia, leider kann man direkt in Recife nicht baden gehen aufgrund der Haie. Aber Traumstrände gibt es in der Umgebung genug.
Ok, das war's erstmal wieder. Wir müssen pünktlich zum Gebet im Kloster zurück sein...nee nee so schlimm ist es nicht ;)
Macht's gut im fernen Deutschland. Vivem la primavera!
Grüsse aus dem heißen Carpina ( 33 Grad, 75 % Luftfeuchtigkeit)
Franziska & Peggy
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