Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Greifswald

SHIP-Studie jetzt auch in Polen

Ebenfalls Start für erneute Untersuchungen in Vorpommern

Seit mehr als 17 Jahren untersuchen Wissenschaftler aus Greifswald in einem Großprojekt die Gesundheit der Vorpommern. Bei der SHIP (Study of Health in Pomerania) Studie werden über einen langen Zeitraum Erwachsene aus Vorpommern regelmäßig medizinisch und zahnmedizinisch untersucht, um den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Krankheiten besser zu verstehen. Im Rahmen der SHIP-Studie ist nach Brasilien (Blumenau, Studienbeginn 2014) nun auch die Durchführung der Studie in Polen (Białystok, Studienbeginn 2016/17) geplant. Unterdessen startete Ende März mit SHIP-Trend-1 eine weitere Untersuchungsreihe der ursprünglichen Greifswalder SHIP-Studie. Die gewonnenen Daten sollen den Verlauf des Gesundheitszustands aufzeigen und dabei helfen, den künftigen medizinischen und zahnmedizinischen Versorgungsbedarf in der Bevölkerung abzuschätzen.

Wie gesund sind die polnischen Nachbarn?

Aktuell laufen die Vorbereitungen an der Medizinischen Universität Białystok auf Hochtouren. In Kürze ist der Start der Studie Białystok PLUS (Polish Longitudinal University Study) geplant. Der polnische Ableger der Vorpommern-Studie wird von Prof. Karol Kamiński koordiniert, dem dafür ein Team aus rund 60 Wissenschaftlern von der Medizinischen Universität Białystok zur Verfügung steht. Zur Studie Białystok PLUS werden 10.000 zufällig ausgewählte Teilnehmer eingeladen; wobei die ca. 5.000 tatsächlichen Teilnehmer nach vier Jahren ein zweites Mal untersucht werden. Hauptsächlich sollen Bewohner von Białystok, der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Podlachien im äußersten Nordosten Polens mit rund 300.000 Menschen, einbezogen werden. Polnische Zahnmediziner weilten jetzt an der Universitätsmedizin Greifswald, um sich in die konkreten zahnmedizinischen Untersuchungen einweisen zu lassen. „Für uns sind derartige vergleichbare Untersuchungsreihen von hohem wissenschaftlichen Wert“, betonte die verantwortliche Zahnmedizinerin Dr. Stefanie Samietz von der Universitätsmedizin Greifswald. „Daraus können wir unter anderem Rückschlüsse über krankheitsverursachende Faktoren, aber auch sinnvolle Vorsorgemaßnahmen ziehen.“

Białystok soll sich ähnlich wie Blumenau in Brasilien zu einem internationalen SHIP-Standort weiterentwickeln. In der südamerikanischen Partnerregion mit Vorfahren aus Pommern wurden bereits über 600 Probanden untersucht. Auch die Türkei ist im Rahmen eines EU-Projektes zur Schilddrüsengesundheit (EUThyroid) in das SHIP-International-Programm eingebunden. Wissenschaftler aus aller Welt nutzen die SHIP-Daten für die moderne Medizinforschung. Jährlich erscheinen zu den Ergebnissen mehr als 100 wissenschaftliche Veröffentlichungen in der Fachpresse.

Auftakt zum Studienstart von SHIP-Trend-1

Am 22. Juni fand an der Uni Greifswald die Auftaktveranstaltung zum Studienstart von SHIP-Trend-1 statt. Zur SHIP-Trend-1 werden 4.420 Frauen und Männer der Region Vorpommern eingeladen, die im Zeitraum von 2008 bis 2012 bereits schon einmal untersucht worden sind.