Konsensveranstaltung zu elektrischen Zahnbürsten
“Zahnseide bringt nichts!”, “Elektrische Zahnbürsten sind nicht besser als Handzahnbürsten!”, Mundspüllösungen sind überflüssig!”, dies sind die Meldungen, die unsere Patienten über die Medien teilweise erhalten und unsere Empfehlungen in der Praxis zur häuslichen Mundhygiene konterkarieren.
Schon beim ersten Blick wird bei vielen Meldungen in der Laienpresse dem kompetenten Leser klar, dass die Überschrift nicht undifferenziert zum Kontext des Textes betrachtet werden kann. So ist zum Beispiel jedem klar, dass die Vielfalt unter den elektrischen Zahnbürsten eine Pauschalisierung nicht zu lässt oder ihr Potential sich nur bei richtiger Anwendung entfalten kann. Und spätestens beim zweiten gründlicheren Blick auf die zitierten Quellen offenbart sich meistens bei diesen simplifizierten Meldungen, dass selbst die Originalquellen den eigentlichen Überschriften nicht standhalten.

Teilnehmer der Konsensus Konferenz (von links): Prof. Dr. Andrej Michael Kielbassa, Dr. Alexander Welk, Prof. Dr. Dr. Sören Jepsen, Prof. em. Dr. Peter Gängler, Dr. Dr. Sören Hahn von Dorsche, Prof. Dr. Nicole Arweiler, Prof. Dr. Christof Dörfer und Prof. Dr. Johannes Einwag
Aber welcher Patient hat schon den Zugang zu den Originalquellen, geschweige denn die zahnärztliche Kompetenz (und das Interesse), diese richtig einzuordnen und in eine adäquate Handlungsweise umzusetzen. So werden auch wir Zahnärzte und unsere Prophylaxe-Teams durchaus mit solchen Fragen durch unsere Patienten konfrontiert.
In der Tat sind bei manchen Fragestellungen die Aussagen auch in der zahnärztlichen Literatur nicht nur nicht einheitlich, sondern konträr zueinander. Oder die geringe Datenlage von randomisiert kontrollierten Studien lässt einfach eine evidenzbasierte Aussage nicht zu und muss durch zahnärztlichen Sachverstand beantwortet werden.
Um Klarheit für uns und unsere Patienten zur Thematik der elektrischen Zahnbürsten zu schaffen, sind acht auf dem Gebiet des Biofilm-(Plaque) Managements arbeitende/führende Zahnärzte und Wissenschaftler* des Landes der Einladung von P&G Oral Health (Schwalbach) im Frühjahr diesen Jahres zu einer Konsensveranstaltung in Frankfurt am Main gefolgt, um gemeinsam den aktuellen Stand der Wissenschaft durchzugehen.
Auf dieser Veranstaltung wurden die schon im Vorfeld durch eine intensive Recherche zusammengetragenen wissenschaftlichen Fakten nochmals auf ihre evidenzbasierte Aussagekraft überprüft und in für die Patienten leicht verständliche und eindeutige Statements zusammengefasst.

Prof. em. Dr. Peter Gängler moderierte die Konsensus-Konferenz.
Für die oszillierend-rotierenden Zahnbürsten lässt sich beispielsweise zusammenfassend sagen, dass sie gegenüber den Handzahnbürsten bei korrekter Anwendung die Plaque besser entfernen und die Zahnfleischentzündungen stärker reduzieren ohne dabei ein erhöhtes Schädigungsrisiko für Zähne und Zahnfleisch darzustellen.
Die vorhandenen Studien zur Schall-Technologie (150 bis 300 Hz) weisen auch auf Steigerungsmöglichkeiten der Plaquekontrolle hin. Nur ist die Studienlage hierzu noch nicht so stark belastbar, wie die bei den oszillierend-rotierenden Zahnbürsten.
Für die Ultraschallzahnbürsten (ab 20.000 Hz) lassen sich zur Zeit noch keine klinischen Schlussfolgerungen ziehen. Hierzu sind weitere wissenschaftliche Untersuchungen erforderlich.
Unabhängig vom Bewegungsmuster bieten elektrische Zahnbürsten allen Anwendergruppen den Vorteil standardisierter und reinigungsintensiver Bewegungsabläufe. Wobei elektronische Zusatzfunktionen wie Zeitkontrolle, Andruckkontrolle und Unterstützung des systematischen Zahnputzablaufs auch von klinischer Bedeutung sind.

Teilnehmer von der Greifswalder Universitätszahnklinik: Dr. Alexander Welk
Die von der Expertenrunde abgesicherten Statements zur Thematik der elektrischen Zahnbürsten können jetzt in Form eines Konsensuspapiers im Internet auf der deutschen Seite von www.dentalcare.com nachgelesen bzw. runtergeladen werden. Da die Inhalte nur zahnmedizinischem Personal zur Verfügung stehen, ist eine Registrierung notwendig. Zahnmedizinisches Personal ohne Praxisnummer (z.B. Mitarbeiter von Forschungseinrichtungen) können sich über die E-Mail-Adresse service@pg-tradenet.com registrieren.
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