Balken
Aktuelles
Spacer Mitteilungen 2010 Spacer Spacer
Spacer Spacer Studentencamp Implantologie
Konsensus elektr. Zahnbürste
Greifswalder Fachsymposium
Stipendiumspreis ging nach Greifswald
CHE-Ranking Zahnmedizin MV
Besuch aus Hongkong
CHE-Ranking Zahnmedizin
Greifswalder Zahnmedizin deutsche Spitze
Auswahlverfahren 09/10
Prof. Meyer FDI
Prophylaxe Summer School 09
Spacer Spacer


Aktuelle Entwicklungen in der zahnärztlichen Radiologie und Implantologie – 2D versus 3D

15. Greifswalder Fachsymposium

Zum traditionellen Greifswalder Fachsymposium am 26. Juni im Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg konnte Prof. Dr. Wolfgang Sümnig in diesem Jahr bereits zum 15. Mal im Beisein von Dr. Dietmar Oesterreich fast 200 zahnärztliche Fachkolleginnen und -kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern begrüßen.
Neben den über 20 Ausstellern der dentalen Industrie zeichnete sich diese Veranstaltung wiederum durch ihre hochkarätigen und praxisorientierten Referenten aus, die viele Themen anhand zahlreicher Patientenfälle anschaulich darstellten.
Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann (Greifswald) eröffnete als Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie das diesjährige Fachsymposium.

Blick ins Auditorium
Blick ins Auditorium

Im Anschluss sprach Prof. Sümnig selbst zum Thema „Quo vadis – Implantologie – Vom Blattimplantat zur navigierten Implantation“. Hier erhielt das Auditorium einen ausgezeichneten Überblick über die Entwicklung der Implantologie im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte. Es ging von der subperiostalen Implantation zur geschlossenen transdentalen Implantation über das Leipziger Blattimplantat bis hin zu der heutigen offenen enossalen Implantation. Darüber hinaus wurde dem Zuhörer der Stellenwert der Implantologie in der heutigen Zeit verdeutlicht.
Den nächsten Vortrag hielt Prof. Dr. Dr. Stefan Haßfeld (Dortmund). Er referierte über die Differentialindikation der modernen 3D-Diagnostik sowie über die Vor- und Nachteile der CT-Verfahren. Eingangs sprach er über die Komplikationen in der Implantologie und deren mögliche Folgen. Durch eine 3D-Planung in der Implantologie erhält man eine gute präoperative Visualisierung aus chirurgischer und prothetischer Sicht. Hieraus ergibt sich eine optimale perioperative Vorgehensweise. Bereits nach diesen ersten beiden interessanten Vorträgen folgte eine angeregte Diskussion mit den Referenten.
Nach der Pause sprach Dr. Lutz Ritter (Köln) über die Möglichkeiten der 3D-Schnittbilddiagnostik. Eingangs wurden dem Zuhörer wichtige Grundlagen näher gebracht, bevor dann anschließend klinische Anwendungsbeispiele folgten. Er stellte verschiedene Konzepte zur virtuellen Implantatplanung vor. Als Fazit kann formuliert werden, dass sich die 3D-Bildgebung in der heutigen Zeit etabliert hat. Allerdings sind eine effiziente und zuverlässige Software sowie ein ausreichendes Volumen mit einer geringen Strahlenbelastung erforderlich.
Der nächste Redner war Dr. Edgar Hirsch (Leipzig), der den Vortrag von Dr. Dr. Dr. Christian Foitzik (Darmstadt) kurzfristig übernahm. Er referierte kurz und prägnant über die Vor- und Nachteile von 2D- versus 3D-Schablonen. Anhand klinischer Beispiele verwies er insbesondere auf die Erkennbarkeit lokaler Besonderheiten mittels 3D-Diagnostik. Allerdings sollte man bei den Vorteilen der 3D-Planung die höhere Strahlenbelastung, die höheren Kosten sowie auch das Auftreten von Artefakten und Fehlermöglichkeiten nicht außer Acht lassen.
Der Präsident der Zahnärztekammer Sachsen, Dr. Matthias Wunsch aus Bautzen, sprach vor allem aus standespolitischer Sicht über die Entwicklungstendenzen der 3D-Diagnostik. Er verwies darauf, dass das DVT der 2D-Diagnostik gegenüber gleichberechtigt ist und bietet zudem ein erweitertes Diagnosespektrum. Allerdings sollte vor der Anfertigung einer solchen Aufnahme eine klare Fragestellung existieren und nicht pauschal zur Routineuntersuchung werden.

Fünf Referenten in gemeinsamer Aktion (v. l. n. re. Dr. Kirste, Prof. Haßfeld, Prof. Sümnig, Dr. Lucas, Dr. Ritter)
Fünf Referenten in gemeinsamer Aktion (v. l. n. re. Dr. Kirste, Prof. Haßfeld, Prof. Sümnig, Dr. Lucas, Dr. Ritter)

Nach der Mittagspause hielt Dr. Hirsch (Leipzig) seinen zweiten Vortrag mit dem Thema „Digitale Volumentomographie und Strahlenbelastung – Bilanz nach 10 Jahren und Ausblick“. Hier erhielten die Teilnehmer einen interessanten Beitrag zur Strahlenexposition (natürliche, zivilisatorische), Informationen zur Strahlenbelastung, einen Vergleich der Strahlendosis bei unterschiedlichen medizinischen Untersuchungen und der jeweiligen Geräte.
Anschließend referierte Dr. Christian Lucas (Greifswald) über die Interpretation von Röntgenbefunden. Dieser Vortrag war durch eine breite Vielfalt an interessanten und praxisorientierten Fällen gekennzeichnet. Dies ging über „Bruxismus und Implantologie“, multiplen überzähligen Zahnanlagen im Ober- und Unterkiefer bis hin zu ausgedehnten follikulären Zysten im Unterkiefer mit direkter Lage zum N. alveolaris inferior.
Abschließend erläuterte Dr. Mario Kirste (Frankfurt/Oder) anhand beeindruckender Bilder „missglückte“ Fälle in der Implantologie. Des Weiteren präsentierte er einen Patientenfall von der Planung über die Implantation bis hin zur prothetischen Versorgung. Hier zeigte der Referent, dass eine Verkürzung der OP-Zeit sowie eine sicherere Implantation mit einem erhöhten materiellen und technischen Aufwand möglich wäre.
Nach einer angeregten Abschlussdiskussion ging hiermit das 15. Greifswalder Fachsymposium zu Ende. Dieses auch in diesem Jahr sehr gelungene Symposium wurde am Abend mit dem traditionellen Zahnmedizinerball in der neu eröffneten Greifswalder Stadthalle gekrönt.


letzte Änderung
01.03.2012