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Elvis half Prof. Meyer beim Abschied nehmen
Nach drei Jahren endete die DGZMK-Präsidentschaft von Prof. Georg Meyer

Heute Dubai, morgen Warschau, danach Moskau und dann wieder quer durch Deutschland: „Es war eine interessante und spannende, aber auch eine sehr anstrengende Zeit.“

Vom Gipfel der zahnmedizinischen Wissenschaften kehrt Prof. Dr. Dr. h.c. Georg Meyer (59) wieder auf die Höhen seines Uni-Alltags an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald zurück. Die vergangenen drei Jahre leitete er als 23. Präsident die Geschicke der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die auf eine der ältesten deutschen medizinisch-akademischen Vereinigungen zurückgeht, den 1859 in Berlin gegründeten Centralverein Deutscher Zahnärzte. Heute ist die DGZMK mit ca. 18.000 Mitgliedern die Dachorganisation für über 30 wissenschaftliche zahnmedizinische Gesellschaften aus den einzelnen Fachbereichen wie beispielsweise Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Implantologie oder Zahnerhaltung. Vor seiner Präsidentschaft gehörte Meyer dem Vorstand bereits drei Jahre als President elect an.

Abschied vom Amt feierte Prof. Meyer gemeinsam mit “Elvis Presley“ und vielen Weggefährten seiner Präsidentschaft in der legendären Düsseldorfer Altstadtschänke „Uerige“ am Rande des Deutschen Zahnärztetages 2007, den die DGZMK gemeinsam mit der Bundeszahnärztekammer ausrichtete. Bei diesem „Elvis“ handelte es sich um einen Münchner Zahnarzt, der sein Idol zur Gaudi der Gäste erstklassig imitierte und sich dabei auch selbst auf die Schippe nahm.

„Wichtig war mir in meiner Präsidentschaft, dass die Zahnmedizin als integraler und integrierender Bestandteil der Medizin stärker anerkannt wird. Hier hat die aktuelle Forschung viele Schnittstellen zu anderen medizinischen Disziplinen aufgezeigt und die zahnmedizinische Wissenschaft hat dadurch in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen“, freut sich der Leiter der Greifswalder Zahnklinik.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Sommer diesen allgemeinmedizinischen Stellenwert der Zahnmedizin erstmals international anerkannt, und der Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland forderte schon im Jahr 2005 eine engere Vernetzung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit anderen medizinischen Disziplinen. Greifswalder Forschung, insbesondere Ergebnisse aus der bevölkerungswirksamen „Study of Health in Pomerania“ (SHIP), haben nicht unerheblich zu diesem zahnmedizinischen Paradigmenwechsel beigetragen. So konnten Zusammenhänge zwischen Entzündungen des Zahnhalteapparates bis hin zum Zahnverlust mit Allgemeinerkrankungen, wie Herz-Kreislaufproblematiken, Schlaganfällen u. a. nachgewiesen werden. Ähnliche Abhängigkeiten scheinen zu Frühgeburten und niedrigen Geburtsgewichten zu bestehen. Desgleichen sind Kaufunktionsstörungen Risikofaktoren für Kopf- und Gesichtsschmerzen, Rückenprobleme, Ohrgeräusche, Schwindelanfälle und möglicherweise auch für Hörsturz.

Vor diesem Hintergrund hat Meyer als Präsident der DGZMK immer wieder an die umfassende medizinische Verantwortung seines Berufsstandes appelliert und dafür gesorgt, dass diese Aspekte in die Fort- und Weiterbildung insbesondere aber in das Grundstudium der Zahnmedizin einfließen.

Besonders gewürdigt wurde auch Meyers Ansatz zu internationalen Kooperationen seiner Universität und der DGZMK mit den östlichen Nachbarn in Russland, Polen und dem Baltikum. Außergewöhnliches Lob ließ ihm hier die staatliche Moskauer Universität für Medizin und Zahnmedizin angedeihen: Sie ernannte ihn im vergangenen Jahr 2006 zum Ehrendoktor.

Seit drei Jahren ist Meyer gewählter Kollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie in vielen internationalen Organisationen seines Faches aktiv, die ihn in mehr als 30 Länder der Welt brachten.

Kurios an seiner wissenschaftlichen Karriere als Zahnmediziner ist die Tatsache, dass der in der Nähe von Uelzen geborene Meyer einer seit Jahrhunderten landwirtschaftlich orientierten Familie entstammt und sein Großvater als Mitbegründer der Uelzener Zuckerfabrik eher für Karies gesorgt hat, als sie zu bekämpfen. „Wir als Zahnmediziner verteufeln den Zucker ja nicht, wir fordern nur zu einem maßvollen und vernünftigen Umgang damit auf“, stellt Meyer schmunzelnd fest, der in Göttingen neben der Zahnmedizin auch Landwirtschaft studierte.

Indirekt hat die DGZMK-Präsidentschaft den Lebenswandel von Prof. Georg Meyer stark beeinflusst. Süßen Müßiggang wird es aber auch nach Ende seiner Präsidentschaft nicht geben. Meyer: „Jetzt freue ich mich wieder richtig auf die Herausforderungen des Uni-Alltags.“

DGZMK
Zahnärztekammer/Kassenzahnärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, 1/2008






letzte Änderung
01.03.2012