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Neue Zahnklinik in Greifswald eröffnet
Interdisziplinärer Ansatz mit patientenorientiertem Lernen



Behandlungsplanung der Patienten durch das Gebäude. Die bisherigen Abteilungen in der Zahnheilkunde gibt es weiterhin, aber in der neuen Zahnklinik in der Walther-Rathe nau-Straße 42 steht das patientenorientierte Lernen der Studierenden im Vordergrund. „Wir verfolgen einen interdisziplinären Ansatz“, erläutert der stellvertretende geschäftsführende Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Greifswald, Prof. Dr. Reiner Biffar, der den Neubau betreut hat.

Die angehenden Zahnmediziner der Universität Greifswald sollen so die Chance haben, „nicht nur zwei Wochen lang Zähne zu extrahieren, sondern die ganze zahnmedizinische Versorgung im Blick zu haben“, so Biffar. Nicht nur das Äußere des Gebäudes, das mit reichlich Glas versehen ist, lässt erahnen, was dies bedeutet. Transparenz und „viel Licht“ ist das oberste Gebot. Das ganze Haus ist so angelegt, dass Patienten bestmöglich versorgt werden können.

In jeder Etage gibt es „Lehrpraxen“ mit drei Behandlungsräumen der Assistenten, fünf für Studierende sowie einen Seminarraum und technische Räume wie Röntgen, Technik und Mundhygiene. „Hinter einer Tür praktiziert ein Assistent, da wo keine Tür ist, arbeitet der Studierende“, erläutert der Prodekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Biffar. „Braucht ein Student dringende, schnelle Hilfe, muss er nur winken“ -; denn durch die Fenster ist er jederzeit zu sehen. Und dennoch sind Trennwände da, so dass der Patient nicht direkt auf andere Patienten blickt.

„Es gibt nicht meins und deins“, erläutert Biffar, „selbst die Schränke sind ähnlich aufgebaut, damit wir während der Behandlung alles blind finden.“ Zudem, lacht der Zahnmediziner, sei alles so „unbequem wie nötig“. Die Professoren hätten ihr Behandlungszimmer nicht direkt neben dem Dienstzimmer: „Der Professor ist für die Studierenden da“, sagt Biffar. Und Prof. Dr. Thomas Kocher ergänzt: „Das ist der Vorteil, wenn man sich ständig über den Weg läuft: Der Informationsfluss ist hervorragend.“
Im Erdgeschoss befindet sich neben dem Empfang und einer Röntgenabteilung die Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. In den oberen Etagen sind die Bereiche Prothetik, Kieferorthopädie, Parodontologie und die Praxis für Kinderzahnheilkunde mit Narkoseraum. In einem dreigeschossigen Würfel von 36 x 36 Meter mit einem Innenhof bietet die im Bauhausstil errichtete Zahnklinik modernste Behandlungsmöglichkeiten.

Die niedergelassenen Zahnärzte der Umgebung durften schon einmal beim Tag der offenen Tür in der Klinik, die seit Anfang Januar in Betrieb ist, „schnuppern“, bevor am 14. Mai das Haus offiziell eröffnet wird. „Es ist eine überlegte Investition“, betont der „Bauherr“ Biffar, der die Zusammenarbeit mit Dr. Siegfried Lotz von der Stabsstelle Bau des Klinikums lobte. „Nicht jeder Behandlungsstuhl ist hochgerüstet.“ Vier Stühle sind jedoch mit Technik vom Feinsten ausgestattet: Mikroskop, Röntgen und Multimedia -; wobei Bildschirme inzwischen generell üblich sind. Ideale Bedingungen für die etwa 240 Studierenden und 35 Zahnärzte des Zentrums für Zahn,- Mund- und Kieferheilkunde der Universität Greifswald: „Wir sind von der Regionalliga in die erste Bundesliga aufgestiegen“, freut sich Urgestein Prof. Dr. Wolfgang Sümnig.

Maximal 13 800 Fälle können jährlich behandelt werden, so heißt es in der „geliehenen“ Zulassung. „Wir sind keine Konkurrenz für niedergelassene Zahnärzte“, betont Biffar. Die Parodontologen zum Beispiel bekämen rund 40 Prozent der Patienten durch Überweisung, 20 Prozent aus eigenem Antrieb und 40 Prozent werden innerhalb des Hauses vermittelt, berichtet Kocher. „Wir haben keinen Versorgungsauftrag, wir sind in erster Linie für Forschung und Lehre da“, unterstreicht Biffar, „aber für die Region ist es gut zu wissen, dass eine moderne Zahnklinik da ist.“


Renate Heusch-Lahl

Quelle: Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 4. April 2007






letzte Änderung
01.03.2012